Bedeutung - Mythologie Unter Mythologie versteht man die Gesamtheit der Sagen und Erzählungen eines Volkes, einer ganzen Kultur. Das Wort „Mythologie“ setzt sich aus dem Teil „mythos“ für Erzählung oder Rede, sowie dem Teil „-logie“ der Lehre zusammen. Sie bezeichnet also die Summe der traditionellen „Mythen“ sowie deren wissenschaftliche Erforschung. Die ureigene Bedeutung, ist jedoch stark von der jeweiligen Kultur und Epoche abhängig. Viele Völker und Kulturen, haben ihre eigenen „Mythen“ und damit ihre „Mythologie“! Sie erzählen häufig über Götter, Halbgötter, Helden und selbstverständlich - übernatürliche Wesen. Durch Erschaffung von Mythen, haben Menschen seit jeher versucht, den Ursprung der Welt und damit die Schöpfungsgeschichte und Naturphänomene (Jahreszeiten, Blitze, Naturkatastrophen) zu erklären. Gleichzeitig sollten mit den Erzählungen moralische Werte vermittelt und eine kulturelle Identität gestiftet werden. Sie erheben keinen Anspruch auf „naturwissenschaftliche Erkenntnis“, sondern vielmehr auf die Vermittlung von tieferen Sinn- und Erfahrungswerten und -wahrheiten einer Kultur! Die bekanntesten Mythologien und der Wolf In den bekanntesten Mythologien, kommt nun auch der Wolf als „übernatürliches“ Wesen und widersprüchliches Symbolbild vor. Er steht auf der einen Seite für Zerstörung und Chaos auf der anderen Seite aber auch für Treue, Weisheit und göttliche Führung. Nordische Mythologie Hier finden wir den Wolf als Symbolbild für „Macht, Schicksal und das Weltenende“. „Fenrir“ oder der sogenannte „Fenriswolf“ , ist das Kind des Gottes „Loki“ und der Riesin „Angrboda“. Er steht für das unkontrollierte Chaos und die Naturgewalt, die sich nicht einsperren lässt und der am Tag des Weltenbrandes „Ragnarök“ das Ende der Götter besiegelt in dem er „Odin“ den Göttervater verschlingt. „Geri und Freki, „der Gierige und der Gefräßige“! Zwei Wölfe an der Seite des Göttervaters „Odin“ - sie stehen hier für Treue, Kriegsmut und Weisheit! „Ulfhednar“, hier wird das Fell eines Wolfes zu einem Kraftsymbol, über welches die Krieger und Berserker im Kampf den wilden Geist und die Kraft des Wolfes in ihr Kriegsgeschehen übertrugen. Römische und griechische Mythologie Hier finden wir den Wolf als Symbolbild für „Gründung und Verwandlung“. In der römischen   Mythologie durch das Säugen von „Romulus und Remus“ als Gründer Roms durch eine Wölfin (Lupa). Daher galt der Wolf in der römischen Kultur als nährende, schützende und gründende Urkraft. In der griechischen   Mythologie taucht er in der Gestalt des Königs „Lyakon“ auf, der nach einer Freveltat gegenüber dem Göttervater „Zeus“, von diesem in einen Werwolf verwandelt wurde. Dazu später noch mehr! Christentum und andere Volksmärchen Hier steht der Wolf grundsätzlich für „das Böse“ und die „Bedrohung“. An der Darstellung des Wolfes in diesem Licht sind maßgeblich beteiligt die christliche Kirche und die Märchen der „Gebrüder Grimm“, die wir bis heute unseren Kindern als sogenannte „Gute Nacht - Geschichten“ vorlesen oder erzählen. Kaum bekannt ist jedoch, dass die Erzählungen der Gebrüder eigentlich nicht für Kinder gedacht waren. Vielmehr spiegelten sie die geschichtliche Situation und Bedrohungen in der damaligen Gesellschaft wieder. Sei es im Märchen von „Rotkäppchen“, welches eigentlich heranwachsende Mädchen in ihrer Frauwerdung (durch einsetzen der Regel) vor Männern warnt. Oder das Märchen vom „Wolf und den sieben Geißlein“, welches im Ursprung vor den Gefahren von Täuschung und daraus resultierenden Verbrechen warnen sollte. Die Kirche des Mittelalters, mit ihrem Bildnis vom sogenannten „Wolf im Schafspelz“ - also dem bösen Wolf, trägt aber bis heute die größte Schuld am Bild des „Bösen Wolfes“, selbst in unserer „modernen“ Gesellschaft, welches auch zum aktuellen Umgang mit ihm führt. Der „Wolf“ als personifiziertes, böses Pendant zu „Jesus“ als „Gutem Hirten“! Der Teufel auch als der „Erzwolf“ bezeichnete Kontrahent von „Jesus“ und der Kirche, machte Jagd auf die Seelen der Christen und sollte sie zum Irrglauben (Häresie) und Verrat führen. Natürlich hatte auch diese Entwicklung gesellschaftlich, „praktische“ Hintergrundbeispiele, wie das wenn z. B. ein gegen Wolfsübergriffe ungesichertes Nutztier, das als wertvollster Besitz einer damaligen Sippe galt, vom Wolf gerissen wurde, und die Familie dann evtl. sogar somit vor dem Hungertod stand, dies mit Teufelswerk in personam durch den Wolf als Schuldigem dargestellt und von der Kirche so aufs drastischste propagiert wurde. Der Wolf wurde auch hier in Person gleichgesetzt mit dem Teufel - ein „Stigma“ welches der Wolf bis heute trägt, und deshalb schon einmal erbarmungslos und bestialisch ausgerottet und vernichtet wurde. Zumindest in dem Bereich, des heutigen, industriell geprägten Westen Europas. Und dieses Schwachmatentum hält sich nunmehr unbewusst verfestigt seit Jahrhunderten in den Köpfen vieler Menschen. Daher auch heute noch brandaktuell der Wille vieler Betonköpfe, seitens der Politik und Jägerschaft, den Wolf töten zu wollen - und dies auch zu tun! Und das ohne sich auch nur annähernd einmal mit dem wundervollen Geschöpf und seiner Schlüsselrolle in unserer Ökologie auseinanderzusetzen. „Schöne Grüße aus dem Mittelalter!“ - sag ich da nur! Und wir nennen uns aufgeklärt und zivilisiert! Mythos - Werwolf - Ein Exkurs Das Wort „Werwolf“ setzt sich aus dem altgermanischen Wort „Wer = Mann“ und „Wolf“ zusammen. Also, „Werwolf“ = „Mannwolf“! In der theologischen Prägung dieses Wortes gipfelte im späten „Mittelalter“ und der „frühen“ Neuzeit der Wolfshass. Ein Hass, aus einer durch die Kirche heraufbeschworenen kollektiven, damals glaubensbedingten und damit realen Angst vor dem Wolf - und somit dem Teufel. Das Narrativ der Kirche war, dass sich Menschen durch einen Pakt mit „Mr. Pferdefuß“ in Wölfe verwandeln können, um Gräueltaten zu begehen. Die damals durch die Kirche verbreiteten Schauergeschichten dienten dann im Zuge der „Hexenverfolgungen“ auch dazu, unliebsame Außenseiter, Konkurrenten, Nebenbuhler - also Familienmitglieder, Nachbarn, Bekannte und auch völlig fremde Personen anzuklagen - um die moralische Kontrolle über das gemeine Volk zu er- und behalten. Diese kirchliche Verteufelung gepaart mit realen, selbstverschuldeten Existenzängsten, fiel auf sehr fruchtbaren Boden bei der ruralen Bevölkerung. Denn durch den systematischen Kahlschlag der Wälder und die Ausbreitung der Nutzviehhaltung kam es im ländlichen Raum immer häufiger zu die durch den Menschen verursachten Konfliktsituationen mit dem Wolf. Diesem wurde bereits damals sein natürliches Habitat durch Menschen genommen, das Wild, seine natürliche Nahrung verschwand - und so gab es häufiger Übergriffe auf die damals schon nicht gesicherten Nutztiere der Bevölkerung. Dieser vorsätzlichen Paarung zwischen Verteufelung und der Not der Bevölkerung in Person eines Werwolfes, fielen etliche, vorwiegend männliche Personen in den sogenannten Werwolfprozessen zum Opfer. Wie angeklagte (besagte) Hexen wurden diese letztlich auf dem Scheiterhaufen verbrannt, nachdem man auch sie der Folter oder wie damals genannt, „peinlichen Befragung“ unterzogen - und sie so zu einem Geständnis gepresst hatte. Der bekannteste „Werwolf - Prozess“ in Deutschland, ist der, des Bauern „Peter Stump“! Der Fall „Peter Stump“! Der bekannteste deutsche „Werwolfprozess“ des 16. Jahrhunderts ist zweifelsfrei der des Bauern und Hirten „Peter Stump“ (auch Peter Stubbe oder Stübbe-Peter) aus Epprath. (* 1525 + 31. Oktober 1589 in Bedburg im Rheinland) Nach zeitgenössischen Berichten, soll dieser 25 Jahre lang nach einem Pakt mit dem Teufel als „Werwolf von Bedburg“ sein Unwesen getrieben haben. Um sich in dieses Wesen verwandeln zu können, soll er einen magischen Wolfsfellgürtel benutzt haben. Die Anklagepunkte lauteten auf: Mord, Vergewaltigung, Kannibalismus, Inzest und Zauberei. Unter den Opfern war auch seine eigene Frau und sein ältester Sohn, dessen Gehirn er verspeist haben soll. Insgesamt wurden ihm allein 16 Morde zur Last gelegt, darunter zahlreiche Kinder. Zwei Frauen soll er die ungeborenen Föten aus dem Laib gerissen und gefressen haben. Bei einer nächtlichen Verfolgungsjagd auf ihn soll ein Häscher ihm, dem zum Werwolf verwandelten Mann, eine Pfote mit dem Schwert abgetrennt haben - später hat man ihn dann als Mensch auf seinem Hof gestellt und es soll ihm tatsächlich eine Hand gefehlt haben. Unter grausamster Folter legt Peter Stump letztlich ein Geständnis ab und wurde am 31. Oktober 1589 bestialisch hingerichtet. Anmerkung Artenschutz - Wolf: [Alle hier genannten Informationen über den Fall „Peter Stump“ beruhen nicht auf Prozessakten, denn diese sind leider nicht erhalten geblieben - sondern fußen auf zeitgenössischen Aussagen und Darstellungen auf damals verbreiteten Flugblättern]. Schamanismus Hier steht der Wolf für ein „Krafttier und Lehrer“. Endlich mal ein Punkt mit Realitätsbezug, denn in vielen nordischen und nordamerikanischen Kulturen, gilt der Wolf seit jeher als spiritueller Führer. Er symbolisiert Freiheit, Intelligenz, Instinkt und Intuition. Diese Eigenschaften ermöglichen und zeichnen auch seine tiefe Verbundenheit mit seinem Rudel aus. Vor allem bezieht sich dieser Realitätsbezug auf der Beobachtung der Natur und der Interaktion ihrer lebensnotwendigen Abläufe!
MYTHOLOGIE
Artenschutz - Wolf